kompostieren

deutsche sind verschrien für ihren hang zum recycling, und das stimmt auch: immer wieder fragten mich in berlin bange besucher, welcher müll den nun in welche der vielen bunten tonnen im hof gehört. um mehr habe ich mich gefreut, dass auch die leute in new york anfangen, ihren kompost zu sammeln. wobei, zuerst habe ich mich gewundert, als mir erklärt wurde, ich müsse die bananenschale in den tiefkühlschrank tun. weil kompost so stinkt, gerade in der derzeitigen hitze, lagert er nämlich zunächst tiefgefroren. das sei auch ökologisch in ordnung, werde ich aufgeklärt: „je mehr sachen im tiefkühlschrank sind, desto weniger energie verbraucht er.“ ich bezweifle das ein bisschen, will aber nicht als mäkel-besserwessi-deutscher dastehen und bekomme sogar den ehrenvollen auftrag, am mittwoch zum union square zu gehen und die kompost-tüten dort auszuleeren. denn zuhause abgeholt wird er nicht, man muss ihn bringen, es ist alles eine private initiative. da sei eine frau am union square, die das sammle, sie sei vermutlich sogar auch deutsche. als ich ankomme, sehe ich aber nur einen öko-markt und tonnen voll (noch) tiefgefrorener kompost-abfälle. ich schütte meine dazu, schmeisse die plastiktüten in die plastiktüten-tonne daneben. that’s it. eigentlich ganz einfach.