Archiv für Mai 2011

aids-durchbruch? naja.

Die Meldung:

Medikamente senken Aids-Ansteckungsrisiko
Es könnte ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die Aids-Epidemie sein: Infizierte, die früh HIV-Medikamente einnehmen, sind weitaus weniger ansteckend. Das zeigt jetzt erstmals eine große Studie. Experten feiern das Ergebnis als Durchbruch.

(hier von spon)

naja. kurzform: bei hiv-positiven verringern gewisse medikamente die gefahr der weiterinfektion. allerdings war das auch schon vorher bekannt (unter bestimmter medikation sind sogar hiv-positive, bei denen aids schon ausgebrochen ist, nicht ansteckend), und das problem sind sowieso nicht die positiv auf hiv geprüften, sondern die hiv-positiven, die nichts von ihrer infektion wissen. bei denen hilft nur das herkömmliche mittel gegen die weitergabe von hiv: kondome. insofern ist die meldung vielleicht vor medizinischem hintergrund interessant, ansonsten aber vollkommen überflüssig.

stadt, land, fluss

else-gewinner 2011, kommt im mai irgendwann ins kino: stadt land fluss von benjamin cantu. ein coming-out-film im ländlichen brandenburg, und damit ist der inhalt eigentlich auch schon erzählt. hier gibt es keine überraschenden wendungen oder brüche, schon der pressetext erzählt die geschichte bis zum schluss. marko (lukas steltner) und jakob (kai-michael müller) lernen sich bei der ausbildung zum landwirt kennen, knutschen in der scheune, reissen zusammen einen tag nach berlin aus und kommen sich noch näher. das sind die hard facts, mehr ist nicht.

oder doch? denn trotz der dürren und eigentlich altbekannten handlung ist „stadt land fluss“ ein besonderer film. er zeigt fast schon dokumentarisch die ausbildung zum landwirt, deutet lauter themen an: landlangeweile inkl. biertrinken vor dem netto, vollkommen fehlschlagende flirtversuche beim pizzabäcker, sprachlosigkeit zwischen eltern und kindern, bildungsdefizite… all das am rande. im mittelpunkt stehen marko und jakob, die beide keine freunde zu haben scheinen, kein leben ausser ihrer ausbildung, nichts ausser der langsam keimenden zuneigung zueinander. all das schön gezeigt mit langen einstellungen, stummen blicken, huschenden augen, wenigen worten. poetisch, und dann geht der film doch tief, das geschehen geht nahe, der brummig-unwillige marko, der ungelenk mit den armen schlenkert, dazu der etwas zartere jakob, die sich am ende in den armen halten, nicht die kitschige beautiful-thing-schluss-szene, und genau das ist die stärke des films.