2x keine weihnachtsgeschichte

1. hamburg: das jugendamt wandbek hat schon vor zwei jahren der gehörlosen annette s. ihren fünfjährigen sohn weggenommen, da die frau benin-deutscher herkunft nicht kommunikations- und interaktionsfähig sei und ihren sohn nicht erziehen könne. das amtsgericht barmbek bestätigte die entscheidung und entzog der verstörten mutter im april 2010 vollständig das sorgerecht: die mutter könne aufgrund ihrer „behinderung“ und herkunft und der damit verbundenen „opferrolle“ (o-ton ihr anwalt) ihr kind nicht erziehen.

der junge kam in eine pflegefamilie, die mutter durfte ihren sohn nicht mal mit auf den weihnachtsmarkt nehmen. er bekommt sein monaten keinen gebärdensprachunterricht, so dass er der mutter noch mehr entfremdet wird. seine tante, also die schwester der mutter, würde den sohn zu sich nehmen. sie ist gelernte erzieherin und erziehungswissenschaftlerin und hat selbst einen sohn in dem alter, beide lernen gerade gebärdensprache. doch das jugendamt sagt: in diese familie will man keine kinder geben. auch der großvater, extra aus benin angereist, darf das kind nicht sehen.

nun wird prozessiert. „hier werden menschenrechte mit füßen getreten, eine behinderte diskriminiert und mit rassistischen tendenzen amtlicherseits eine familie zerstört, sagt rechtsanwalt david schneider-addae-mensah. pressebericht.

2. braunschweig, ein paar tage vor weihnachten. der sohn der lebensgefährtin meines onkels war abends in der kneipe, hat ein bisschen zu viel getrunken und zeigt einem vorbeifahrenden polizeiauto den mittelfinger. das dreht mit quietschenden reifen um und fährt ihn einfach über den haufen. er liegt nun schwer verletzt im künstlichen koma. die beamten geben zunächst an, er sei ihnen einfach so vors auto gelaufen. doch mehrere zeugen (freunde von ihm, aber auch unbeteiligte) erklären, das polizeiauto hätte in kojak-manier gewendet und sei ohne licht in den jungen mann gefahren. der vater hat nun einen anwalt eingeschaltet. pressebericht.