schade, andrej kurkow, aber auch schön

„die letzte liebe des präsidenten“ halb durch, und nur mühsam langsam beginnt das buch zu fesseln. durchbeissen, wegen guter empfehlungen. wirklich schade, denn es ist schön geschrieben. sehr schön, wirklich. nikolaj gogol hätte sich gefreut. michal hvorecky tut es hoffentlich auch.

Kolja Lwowitsch verließ den Raum und kam gleich wieder rein, diesmal schon mit dem russischen Botschafter. Da hatte ich meine zehn Minuten! Zur Zeit war Poljarkowski Botschafter, ein ‚degradierter‘ Oligarch. Früher hatte er alles in Reichweite unter sich zusammengescharrt, so lange, bis der russische Präsident alles Angesammelte unter ihm hervorscharrte und ihn vor die Wahl stellte: Emigration oder Dienst zum Wohl des Vaterlandes. Jetzt scharrte Poljarkowski wieder alles zusammen, nicht für sich, sondern für Rußland. Er mischte sich ständig in unsere Wirtschaft ein, aber dagegen konnte man tatsächlich nichts tun. Nur formal war es ja unsere Wirtschaft, das hieß, Ukrainer bedienten sie, aber gehören tat alles Rußland, Deutschland, Litauen und Zypern.
(Andrej Kurkow: Die letzte Liebe des Präsidenten, Diogenes, S. 210)


2 Antworten auf „schade, andrej kurkow, aber auch schön“


  1. 1 tante truede 26. November 2010 um 19:26 Uhr

    alter, du postest ja wieder end viel. weiter so!

  1. 1 kurkow update « nerd it yourself Pingback am 29. November 2010 um 23:41 Uhr
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