Archiv für Januar 2010

„where are my keys, i lost my phone“

stille. leere gänge, fast alle türen sind zu. sicherheitshalber wurde technik weggeschlossen, bei freien mitarbeitern gibt es ausstände in fünfstelliger höhe. die redaktionskonferenz haben wir heute eine viertelstunde früher angesetzt, wir haben keine cutter und audio-leute mehr, müssen alles selbst machen. trotzdem ist die konferenz kurz, ein paar worte zur sendung von gestern, dann ist klar, wer was macht – ein geschrumpfter notbetrieb, freie tage sind erstmal verschoben. in diesen fast schon gespenstisch stillen büros sind wir die kapelle, die noch spielt, als letzte verbliebene selbst produzierte tagesaktuelle sendung geben wir das signal: hier läuft noch was. es gibt uns noch. es geht weiter.

in der küche zwanzig leere flaschen. nicht schnaps. sekt. gestern war unpassenderweise die abschiedsfeier einer mitarbeiterin, mit gebäck und drinks und musik, der insolvenzverwalter sandte strafende blicke – zu recht wohl, es sah auch nicht so gut aus, am tag der entscheidung über die zukunft des senders erstmal mit sekt anzustoßen. aber wirklich fröhlich war es nicht, eher bitter. vorher hatte es eine betriebsversammlung mit dem insolvenzverwalter gegeben, vorwürfe waren hochgekommen: ein verhärmter geschäftsführer und freie mitarbeiter, die monatelang hingehalten wurden, dazu feste mitarbeiter, die um ihren job bangen – und nachmittags waren dann beanzugten gesellschafter eingezogen, die um die zukunft verhandelten und für untergruppentreffen die betriebsküche blockierten.

nun die stille. um 14 uhr könnte es vorbei sein.

sherry vine just shit her pants

grandioses lady-gaga-cover von sherry vine.