münchen lieben und lassen

den zündfunk mit einem weinenden auge gen berlin verlassen, dann nach einem monat nochmal zurück, ein besuch für die 60-jahr-feier der djs. sonntag abend halb neun am hauptbahnhof: es ist leer. auf der straße kaum ein auto. als wäre krieg. oder sonntag in einem oberbayrischen dorf. oder eben in münchen. fast meditativ ist die stimmung, kinder könnten auf der straße spielen (wenn ihre eltern sie so spät (sic!) noch rauslassen würden, also tun sie es nicht), alles ist etwas unwirklich. und durchaus reizvoll. in der u-bahn sind dann doch leute, sie stauen sich wie immer an der rolltreppe, weil alle nur rechts stehen wollen, aber keiner links, so dass die rolltreppe nur zur hälfte ausgelastet ist.

am tag danach festakt mit ude, merkel und seehofer-ersatz, jazzband, filmchen und lustigen journalismus-koryphäen. der seehofer-ersatz schwadroniert von einem medienführerschein, den es neuerdings in bayern geben soll, aber keiner weiss warum und wofür und für wen. ude legt sich mächtig ins zeug und wird abgefeiert, merkel macht es ihm nach, ist trocken und witzig, ganz erstaunlich. witzig auch ein alter loriot-esquer professor, der sich seiner selbstironie wahrscheinlich gar nicht bewusst war. später fließen wein und bier in strömen, endlich sagt der djs-schulleiter auch was, alle fiebern der verlosung eines bmw entgegen, während günther jauch müde witzchen von der bühne macht. kann man in deutschland eigentlich auch witzig sein, ohne sich über frauen, alter und aussehen lustig zu machen? ich hoffe schon, jauch kann es offenbar nicht, aber vielleicht ist er einfach eine ganz andere generation.

irgendwann werden wir rausgekehrt, diskutieren eine stunde, wo wir weiterfeiern, fahren am schumanns vorbei, werfen keinen blick in die milchbar und enden in einer bar in der hans-sachs-straße. dort wird der abend nochmal durchgegangen, „frau bundeskanzler“, aha, und dann fuchtelt ein kollege ganz aufgekratzt mit den händen, betrunken, mit geschlossenen augen, ich nehme mein bier zur sicherheit weg, zitiert marx und wettert ganz zutreffend über die fehlende legitimation der ganzen baggage. warum erst jetzt, schade. aber der 70. geburtstag kommt bestimmt. ich komm dann wieder aus berlin zu besuch. oder aus new york.


1 Antwort auf „münchen lieben und lassen“


  1. 1 tante_trude 12. Juli 2009 um 11:13 Uhr

    die merkel war da? hast du garnicht erzählt. und der jauch? ist das n scherz? hat gottschalk die getränke ausgeschenkt ;-)?

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