locas in love: plauderesk

ich war eh nicht zum spaß in münchen, wollte mir aber den prüfungsgeprägten kurzaufenthalt nicht zusätzlich durch zwang zu event-berichterstattung vermiesen. sondern ganz entspannt als privatmensch das konzert von locas in love im atomic café besuchen. also auch nichts mitschreiben, aber dieses eine wort, das musste ich mir einfach notieren: das wundervolle „plauderesk“ aus dem munde von sänger björn sonnenberg. und wenn ich das hier schon so erwähne, kann ich auch gleich vom ganzen konzert erzählen.

björn entschuldigte sich mit diesem wort nämlich beim publikum für vermeintlich zu lange ansagen zwischen den songs, aber irgendwie fühle er sich nun mal so wohl, und da werde er eben „plauderesk“. das wohlfühlen beruhte vollkommen auf gegenseitigkeit. es war ein ganz reizendes konzert. nicht zu laut, fast mit cafehausatmosphäre dank bestuhlung (und betischung), ein wenig feierlich und sehr unterhaltsam. nicht aufdringlich, mit abwechlsungsreichen krachperioden und rockerposen, die aber mühleos über die zwischenmoderationen aufgelöst wurden. überhaupt die moderationen: zu plauderesk konnte björn gar nicht werden. die pausen waren zwar notwendig, um häufige instrumentenwechsel zu überspielen, aber zu überspielen gabs da gar nichts. björn erzählte, dass er früher oft mit großen augen die bands auf der bühne des atomic angesehen hätte, und nun sei es eine besondere erfahrung, dass er selber mit großen augen angeschaut werde – das letzte war augenzwinkernd (sic!) gedacht, aber es entsprach durchaus der wahrheit: das publikum lauschte gern, hing an seinen lippen. am ende gab die band die eingeforderten zugaben, aber dann sagte björn, man solle auch nicht ausufern lassen: immerhin sei sonntag, und am nächsten tag müssten einige doch sicher in die uni oder zur arbeit. in einem anderen zusammenhang wäre das ein münchen-gehässiger kommentar gewesen, immerhin war es noch vor mitternacht, aber in der gelösten locas-stimmung wirkte es einfach nur freundlich und rücksichtsvoll.

hinterher durfte ich sogar den in einigen songs erwähnten martin kennenlernen (der wohl gar nicht aus dem gefängnis kam, wie in einem song angegeben, sondern aus der uni, aber das hört sich eben lange nicht so spannend an). ein schönes konzert, aber um so schöner ist, dass locas in love am freitag auch in berlin auftreten, raw-tempel, mit musikalischer unterstützung der halb zur band gehörenden berliner streichersektion, die auch die songs auf der neuen ep „winter“ angereichert hat. – also noch ein vor-weihnachtsgeschenk. danke schon jetzt. hoffentlich wirds mindestens genauso plauderesk.

link: locas in love.


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