hidden cameras revisited: i am from barcelona

konzerte sind manchmal schwierig. slut habe ich auf platte geliebt, dann live gesehen und ein jahr lang nicht mehr gehört, weil ich sie so anstrengend fand. die hidden cameras dagegen sind auf platte ganz nett im sinne von harmlos – live dagegen eine wucht. wegen zusätzlicher show-elemente mit zombies, instrumentenklau und teufelsgeiger jamie. nun waren i am from barcelona zu gast in der münchener muffathalle, bekannt durch den videoclip, in dem lauter ganz normale menschen cartoonesque von links nach rechts wackeln und ein retro-70s-sänger ganz cool und charmant von barcelona sing. – das charmanteste youtube-video des vergangenen jahres (sagen wir mal). auf platte sind sie eher „nett“ – und live? auch erstmal: viele. wie die hidden cameras, einige musiker_innen, ungefähr nochmal so viele chorleute. und dazu sänger emanuel, der sich bei diesem konzert michael davids oder so nennt, vielleicht, um die normalität der anderen zu imitieren. die ersten vier songs sind lustig und okay, und dann wird die partymaschine angeschmissen. von oben regnet es rote lufballons. mehrere dutzend und dann konfetti. nicht nur ein bisschen. den gesamten fünften song lang flattern rote papierfetzen und ballons durch die luft, die stimmung ist karnevalesque ausgelassen und fröhlich – ein wenig wie in einem hollywood-weihnachtsfilm. und ein großer spaß. und so gehts weiter. immer wieder konfetti von oben oder von der bühne, inzwischen liegt es zentimeterdick auf dem boden, zuschauer liefern sich eine konfettischlacht und tanzen wild. das konfetti färbt rot, und so sieht sänger emanuel bei der zugabe so aus, als hätte er sich kunstblut auf sein weißes hemd geschmiert, ich übrigens auch. – wie die hidden cameras bei der letzten tour, nachdem sie vom zombie-chor ermordet wurden. kleine reminiszenz an die cameras ist auch der song „tree house“ mit einfacher choreographie für die zuschauer_innen zum mitmachen. sehr schön.