Archiv für Oktober 2008

undertube mit candelilla


hier, die neue undertube… mit candelilla

get rid, damenkapelle, under 13

gestern drei gründe, aus denen mir münchen auch fehlen wird: die get rid mit auftritt der damenkapelle im under13. vorne in der galerie lothringer13 die ausstellung „lost and found“ über aktive rezeption von popkultur, an der unter anderem pauline boudry von rhythm king und anna maccarthy mitgewirkt haben. dann aus weißen, hellerleuchteten räumen durch eine rumpelkammer der abstieg in den keller, keine wirklich bühne, aber die stimmung ist gut, als die damenkapelle und danach das elektro-duo high voltage humans aufspielen. ganz schlimmer sound, sogar in der u-bahn wars besser, aber sehr reizend. fräulein jablonski ist auch dabei und tippt brav die songtexte mit. that’s pop.
dann unterzuckert zur burlesque-show der teaserettes in irgendeine glam-bar in der müllerstraße. nebenhbei die erkenntnis: wenns mit dem journalismus nichts wird, mach ich eine dönerbude im glockenbachviertel auf. erstaunlich miese imbiss-infrastruktur.


damenkapelle in action.


fräulein jablonski tippt.


fräulein jablonski mit fan.


fan mit fräulein-jablonski-liebesbrief.

haider: lügner, hetzer, rattenfänger

heute gab es die trauerfeier für jörg haider: langer bericht in der tagesschau, aufmarsch der größen des österreichischen staates, anerkennende worte des österreichischen bundeskanzlers in seiner grabrede, haider habe mit feinem gefühl die themen der zeit erkannt.
gehts noch?
klar, man kann auch menschen mit anderer politischer meinung anerkennung zollen. aber jörg haider war kein respektabler politiker, sondern ein lügner, hetzer, rattenfänger, ein übler rechtspopulist und einer der erfolgreichsten rechtsextremen politiker im europa der nachkriegszeit.
wer über haider aus pietät nichts böses sagen möchte – sollte lieber schweigen.

toilet art

…aus der roten sonne.

begegnung II

vorhin verlasse ich die schule. am ausgang vom hof kommen mir zwei kosmetikschülerinnen entgegen. die eine erklärt der anderen: „juristenschule. und hinten drin ist noch ne juristenschule.“ sie setzen sich auf eine bank, ich gehe vorüber, sie schauen mir nach. als ich fast ausser hörweite bin, fragt die andere flüsternd nach: „juristen?“ ich drehe mich um und korrigiere: „journalisten.“

bavaria felix 647

eigentlich sah es nach einer schönen zielgeraden aus: wiesn vorbei, wetter freundlich, leute angenehm… und genau da bestätigt münchen alte vorurteile. gestern spät abends heimweg mit dem fahrrad, extrem geringes kfz-aufkommen auf den nächtlichen straßen, eine rote ampel, deren signal ich mutwillig missachte, und ein vereinzelter passant, der mir nachruft: „rot! du gehörst erschossen!“ – seufz.

ein jahr münchen

thank you for the munich music:

bodi bill: no more wars.
mexican elvis: there could be fireworks or something.
weezer: red album.
locas in love: saurus.
hidden cameras: live.

hidden cameras revisited: i am from barcelona

konzerte sind manchmal schwierig. slut habe ich auf platte geliebt, dann live gesehen und ein jahr lang nicht mehr gehört, weil ich sie so anstrengend fand. die hidden cameras dagegen sind auf platte ganz nett im sinne von harmlos – live dagegen eine wucht. wegen zusätzlicher show-elemente mit zombies, instrumentenklau und teufelsgeiger jamie. nun waren i am from barcelona zu gast in der münchener muffathalle, bekannt durch den videoclip, in dem lauter ganz normale menschen cartoonesque von links nach rechts wackeln und ein retro-70s-sänger ganz cool und charmant von barcelona sing. – das charmanteste youtube-video des vergangenen jahres (sagen wir mal). auf platte sind sie eher „nett“ – und live? auch erstmal: viele. wie die hidden cameras, einige musiker_innen, ungefähr nochmal so viele chorleute. und dazu sänger emanuel, der sich bei diesem konzert michael davids oder so nennt, vielleicht, um die normalität der anderen zu imitieren. die ersten vier songs sind lustig und okay, und dann wird die partymaschine angeschmissen. von oben regnet es rote lufballons. mehrere dutzend und dann konfetti. nicht nur ein bisschen. den gesamten fünften song lang flattern rote papierfetzen und ballons durch die luft, die stimmung ist karnevalesque ausgelassen und fröhlich – ein wenig wie in einem hollywood-weihnachtsfilm. und ein großer spaß. und so gehts weiter. immer wieder konfetti von oben oder von der bühne, inzwischen liegt es zentimeterdick auf dem boden, zuschauer liefern sich eine konfettischlacht und tanzen wild. das konfetti färbt rot, und so sieht sänger emanuel bei der zugabe so aus, als hätte er sich kunstblut auf sein weißes hemd geschmiert, ich übrigens auch. – wie die hidden cameras bei der letzten tour, nachdem sie vom zombie-chor ermordet wurden. kleine reminiszenz an die cameras ist auch der song „tree house“ mit einfacher choreographie für die zuschauer_innen zum mitmachen. sehr schön.