Archiv für September 2008

lala

zeitklau 365 hier: http://jetzt.sueddeutsche.de/spielen/same/bundesliga – was das mit bundesliga zu tun haben soll, habe ich auch noch nicht verstanden. besonders, seit ich alle hertha-spieler habe. ha!

hu

stau am steubenplatz: tausende flitzen auf rollerblades vorbei. ich denke, hu, dass die nicht hinfallen! und komme mir dabei vor wie meine eigene großmutter.

das prinzip regen



street art in bergen.

Glücklicherweise wache ich schon früh auf, um etwas von der Busfahrt durch Norwegen mitzubekommen, übers Fjell und so. Die Sonne knallt, trotzdem ist es Bergen, mit kleinen Straßen und kaum Durchkommen für den großen Bus, Rudi: „Das ist ja schlimmer als in Christiania“, steile Hänge, Busfahrer Ludger: „Schlimmer als in San Francisco!“, dann sind wir da, eine ehemalige Thunfischfabrik am Hafen, supernette Veranstalterinnen, mit Ludger und Jens geht’s erst mal in den kalten Fjord, gegenüber einer Werft und des Hurtigruten-Terminals. Dann dank Nachtbusfahrt tagsüber Zeit zum rumlaufen, Street-Art wird bestaunt, Jamie schließt Freundschaft mit Katzen, Maggie versucht einzukaufen aber scheitert, alles teuer, Norwegen eben, Joel ersteht dennoch einen Norweger-Pullover und ist glücklich. Ansonsten sind alle beim Soundcheck genervt, ist auch genau knapp nach der Mitte der Tour, alles nicht mehr so aufregend und neu, und immer wieder fällt ein Teil der Elektronik aus, das zehrt zusätzlich an den Nerven. Dann fängts auch an zu regnen, ist ja Bergen, und fast alle Konzertbesucher kommen mit Regenschirm, vor allem sinds Indie-Kids. Ein Hardcore-Fan der Hidden Cameras verteilt an willige Gäste rote Augenbinden, die Band und Publikum dann unisono zu „Happy we are (when we choose to wear a blindfold)“ aufsetzen. Schön. Jens kriegt noch ein Geburtstagsständchen, Ich bin bei zwei Songs als Maggies Vortanz-Sidekick und Tambourineur auf der Bühne, morgen wird’s vielleicht noch mehr… Maggies und mein Abschiedskonzert, sie muss arbeitsmäßig zurück nach Kanada…


das prinzip gemütlichkeit

Oslo erscheint Vormittags nach einer kurzen Verfahrung vor den Busfenstern und sammelt sofort Sympathiepunkte in Sachen Gemütlichkeit. Der Konzertort „Revolver“ ist ein einstöckiges rotes Haus an einer leicht abschüssigen Straße, im Keller der Klub, oben Bar und Restaurant. Draußen an der Straße eine lange weiße Bank, auf die man sich sofort setzen möchte, wo ich mir auch gut vorstellen könnte den ganzen Herbst zu sitzen mit einem dampfenden Kaffee in der Hand. Wir besetzen aber zunächst das Restaurant, das erst morgen eröffnet wird, sitzen auf roten Kunstledergarnituren, packen Laptops aus und trinken Kaffee. Später gibt’s für uns vegane Burger, ein Novum in Oslo, wie unsere Kontaktpeson Sara erzählt: Sie ist Schwedin und hat dort jede Menge vegetarische und vegane Freunde, muss aber in Norwegen immer erklären, was das überhaupt ist. Gestern hat Maggie den Begriff „freegan“ eingeführt, für vegane Leute, die auch unvegan essen, wenn es kostenlos ist.
Ansonsten wichtig in Oslo: Die Oper, ein weißer Marmorneubau, auf dem die norwegischen und internationalen Touristen herumstapfen können; das Glockenspiel im Rathaus, das von Fern hässlich ist und von Nah immer netter aussieht. Außerdem sind viele Leute unterwegs, obwohl sonntagsbedingt nichts offen hat.
Der Revolver-Club war mal ein Bordell, später ein Tattoo-Studio, werden wir vor der Show informiert, und Maggie ruft: Und jetzt bringen wir den Sex wieder hierher! Die Show ist laut und heiß, alles eng und kellermäßig etwas düster… die Osloer um so netter, verwickeln die Band in Gespräche, so dass die Abfahrt um eine Stunde nach hinten verschoben wird… zumal Jens Geburtstag hat, die Feier wird im Bus fortgesetzt.



Bild verwirrenderweise aus Stockholm: bei der Sauna-Suche im Hotel, eine auf unkenntliche Massen angewachsene Cameras-Entourage;