beim bund

bund
Verbotenes Fotografieren eins: Sammelstelle für Außerirdische direkt neben dem Fuhrpark (nicht im Bild). Feuer bitte nicht löschen.

Let’s go Bundeswehr – ich hätte ja eigentlich nicht gedacht, dass ich das freiwillig machen würde, mal zum Bund gehen. Aber als Journalist von Außen dachte ich, why not, „Schutz und Verhalten in Krisenregionen für Journalisten“ kann mir sicher nur nutzen. Also für fünf Tage nach Hammelburg, in die Parallelwelt Bundeswehr bzw. in die imaginäre Berichterstattung über einen imaginären Bürgerkrieg. Und Ihr dürft dabei sein. Via Blog.

Sonntag, Abends

Wir sind pünktlich angekommen, kurz vor 19 Uhr haben wir uns weisungsgemäß (sic!) beim Meldekopf gemeldet. Aufgekratzt auf dem Hinweg, wich die Aufregung nach Passieren des Eingangsposten einem leichten Gruseln, das später immer größer wurde. Vor mir in der Schlange am Meldekopf steht ein Soldat, in Zivil. Er wird von dem uniformierten Meldekopfsoldaten Häfner angeherrscht, was das denn solle, worauf der Soldat in Zivil antwortet, er wisse bereits, dass er nicht korrekt gekleidet sei. Dann bin ich irgendwann dran, sage mein Sprüchlein „…für den Journalisten-Lehrgang“ und der Häfner hinter der Theke sagt breit grinsend „Endlich jemand, der korrekt gekleidet ist!“ Ich fühle mich willkommen und werfe ihm ein joviales „Ist doch gar nicht so schwierig!“ zu, nehme Zimmerschlüssel und Lageplan in Empfang. Später erfahre ich, dass der Thekenhäfner den Witz bei einigen von uns gemacht hat. Naja, solange es ihm nicht langweilig wird. Meinem Kollegen und Mitblogger Till wurde sogar empfohlen, sich durch die Lehrgangsliteratur zu kämpfen. kämpfen, hahahaha. Auf den Unterlagen spaßeshalber die längste Email-Adresse der Welt: infsvnausbzbwber1zentralerposteingang@bundeswehr.org – dass die den „zentralen posteingang“ nicht abkürzen, ist mir echt ein Rätsel.. aber mailt da doch mal hin.
Wir haben Einzelzimmer, die miefen dafür und sind einigermaßen schmucklos. Gegenüber wohnen Soldaten in genauso großen Zimmern, bloß zu dritt oder viert pro Raum. Aus den Unterlagen entnehme ich, dass ich von morgen früh an (7:30, Frühstück zwischen 6 und 7, au weia!!) als Journalist über den Konflikt zwischen Südrhönland und Nordrhönland berichten soll, mit Einführung und Betreuung durch eine als UN-Truppe eingesetzte Bundeswehreinheit. Ok, ein Planspiel also. Ziemlich cool. Jetzt muss ich mich nur noch entscheiden, ob ich für den Süden oder den Norden bin. Oder neutral, als Journalist, hust hust.
Mein Urteil über die ganze Sache schwankt im Augenblick zwischen „gar nicht so schlimm“ und „ganz schön gruselig, ich will sofort weg hier!“. Gerade ist es erstaunlich ruhig, Vögel singen draußen zwischen den seelenlos nebeneinander gewürfelten Bundeswehrgebäuden, auf dem Gang gerade niemand, meine Kollegen essen gegangen, und ich hab noch was zu tun. Juhu.


2 Antworten auf „beim bund“


  1. 1 tristan 02. Juni 2008 um 7:12 Uhr

    Ich hab auch mal so einen Schnupperkurs gemacht. Ging 12 Monate.
    Für ein in Freiheit vereintes Rhönland!

  1. 1 Lokales « bikepunk 089 Pingback am 20. Juli 2008 um 22:58 Uhr
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