„diese handbewegung ist vielleicht etwas unglücklich gewählt…“

ich wurde quasi aufgefordert, über diese show zu schreiben, aber ich machs dann halt auch so. vorgestern abend in der „bar“ im schrecklichen kunstpark ost, wo lauter anstrengende clubs und bars sind mit einem noch anstrengenderen publikum. die „bar“ soll noch so der netteste ort sein, wobei das nicht gerade schwer ist, aber ist tatsächlich ganz nett, über der theke ein riesenspiegel, so dass man sich betrunken an der theke festklammern könnte und gleichzeitig noch sehen, was hinter einem passiert. so weit kams nicht, und darum gehts auch gar nicht, sondern um den show-act. anlass war peters runder geburtstag, geladen wurde mit schicker bärenfell-kitschkarte, stargast die eingeflogene damenimitatorin gina aus barcelona. die machte schon recht früh um halb elf ihre ersten beiden songs, klassisch schön geschminkt und in kariertem fischkleid, ansonsten aber auch recht klassische travestie: lipsyncing zu kaum spanischem sprechgesang mit aktuellen disco-beats drunter. okay in dem genre. dann lange pause, weil nicht genug alkohol im pulikum unterwegs sei, stimmte auch, dann später der dritte song: ein lied über hass. „odio“ auf spanisch, oder so, was sie auch mitsang, mit mikro. dabei immer den rechten arm zum.. sagen wir: römischen gruß erhoben. ja klar, hass auf faschisten und ihren gruß, aber… „come on! raise your arm!“, forderte gina das publikum auf, und niemand reagierte. höflich wurde gewippt, etwas unbehaglich am drink genippt, manche hände im takt hochgeworfen, aber kein starrer rechts-arm-gruß. „diese handbewegung ist vielleicht etwas unglücklich gewählt“, raunte mir geburtstagskind peter zu. kann man so ausdrücken.

später fragte ich gina, was der song sollte, und sie sagte, er sollte ausdrücken, was sie alles hasst, die menschen allgemein und sowieso sei sie eine diva. und sie sei kommunistin, oder wenigstens republikanerin. okay. lieder singen über das, was man nicht mag, okay. aber dazu den hitlergruß performen? nö. hoffentlich hat ihr jemand hinterher erklärt, warum niemand vom publikum mitgemacht hat.


1 Antwort auf „„diese handbewegung ist vielleicht etwas unglücklich gewählt…““


  1. 1 10. März 2008 um 14:29 Uhr

    .oh weh oh jeh…
    .klingt ja nach nem schönen abend…
    .liebste grüsze nach muc.
    :t:

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